Ausländer in Marokko – das Leben als Außerirdische

Hilfe – meine Rolle ist falsch

Schon mal im falschen Film gewesen? Ihr versteht die Story, die Musik passt auch dazu, aber jetzt sollt ihr plötzlich rein springen und eine Rolle übernehmen. Ihr bekommt Schweißausbrüche, ihr fangt an zu stottern, ihr kennt den Text ja gar nicht. Und das Schlimmste, die Absprachen auch nicht. Wie geht´s nochmal weiter? Was macht man, wenn der Regisseur die Hand hebt? Als er die Faust ballt, ist plötzlich Pause, dabei denkst du, du kriegst gleich eine rein. Verwirrt?

Ja, ich auch. Des Öfteren hier. Weiterlesen „Ausländer in Marokko – das Leben als Außerirdische“

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Pläne und was davon übrig bleibt

Geht man ins Ausland, bereitet man vieles vor. Manche lösen die Wohnung auf, manche vermieten sie. Persönliche Dinge werden gepackt, man muss sich entscheiden zwischen Wichtigem (kommt mit) und Unwichtigem (bleibt da). Allein das dauert ewig. Papierkram wird erledigt, die Ankunft im anderen Land vorbereitet. (Viele Infos zu den organisatorischen Dingen erhält man bei den tollen Expatmamas)

Manche Dinge kann man nicht vorbereiten. Weiterlesen „Pläne und was davon übrig bleibt“

Marokkanische Parallelwelten

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Back to Morocco, zurück zuhause?

 

Es war nicht so geplant, ich reibe mir die Augen, kratze meinen Kopf und frage mich: Wie konnte das nur passieren? Zwei Monate vorbei. Zeitliche Mehrkapazitäten, zwei Personen mehr im Haushalt, keine schulischen Verpflichtungen, ein bisschen Sonne, ein bisschen Regen und viel Familienzeit. Und so machten auch meine Vorsätze Urlaub. Und das hieß: zwei Monate Hitzefrei für meinen Blog. Er ist da hart im Nehmen, aber ihr?! Ich hoffe sehr, ihr verzeiht es mir und bleibt dabei.

Sechs Wochen der zwei Monate war ich in Deutschland und es passierte etwas Unglaubliches. Weiterlesen „Back to Morocco, zurück zuhause?“

Über Carpe Diem

Große Worte – wer hat es verstanden?

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Visumsfragen

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Tell me why I don´t like Mondays

Kennt ihr diese Tage, an denen ihr morgens schon gleich wieder Schlafen gehen wollt? Der Tag hat noch nicht angefangen und ist quasi schon zu Ende. Gerade eine Stunde jung, bekommt er von mir nicht den Hauch einer Chance. Wie das kommt und wie ich das verhindern könnte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass solche Tage meistens Montage sind. Der Song von The Boomtown Rats ist mir auf den Leib geschrieben. Und diese besonderen Montagen sind plötzlich da, wenn auch selten.

Dieses Montagsdesaster nimmt seinen Lauf, obwohl ich ein CarpeDiem-Typ, ein Jeder-verdient-eine-zehnte-Chance und Optimistin bin. Meine Schmerzgrenzen für Katastrophen liegt sehr hoch und ich gelte als DIE Ruhe in Person. Fremdeinschätzung und Selbstwahrnehmung können voneinander abweichen.

Gefährlich sind Montage immer, aber das Eintreffen eines Katastrophentages äußerst selten.  Wir müssen erstens wieder früh aufstehen und zweitens das Madel in die Schule. Ich bin ein Nachtmensch und ich liege mit der Schule im Clinch. Das wissen sie nur nicht. Aber meine Tochter weiß es. Und das macht es nicht einfacher. Ich muss montags nicht nur mich überzeugen, überreden und motivieren. Nein, auch meine Tochter, die weiß, dass ich das alles äußerst ungern mache. (siehe Schule? – Nein, danke.) Grmpf! Kann mir jemand erklären, wie Gedanken wenigstens vor meinen Kindern  unentdeckt bleiben? Nun stellt Euch einfach einen angestrengten, überaus unwitzigen Animateur vor und ihr seht mich. Dann seht ihr meine Tochter, die das Ganze natürlich durchschaut und ihre Vermeidungsstrategien auffährt.

Wie komme ich da nur wieder heraus?

Heute hatte ich Glück. Tochter krank, und unser Tag beginnt ohne Schule. Wie kann ich diesen Tag denn trotzdem miserabel finden? Setzt euch einen Tag lang auf die Couch mit einem 20 kg Sack auf den Schoss und versucht etwas Sinnvolles zu machen. Schleppt den 20 kg Sack auf jedem Weg zur Küche, auf Toilette oder in andere Zimmer hinter euch her. Schaltet außerdem einen Rekorder an, der in 10 sec. Abständen Mama ruft und ihr wisst, warum ich heute einfach keine Mama sein wollte.

Da ich mich in der Müllhalde von Rotztüchern, angefangenen Broten, Mandarinenschalen und abertausenden Kekskrümeln auf dem Teppich nicht mehr wohl fühle, ist es mir sehr recht, dass wir zum Arzt gehen. Wir haben Glück. Die Praxis ist geöffnet.* Im Wartezimmer finden wir sogar Platz.

Wir warten und warten und warten. Irgendwann um 11.30 Uhr kommt sogar auch betreffender Arzt vorbei, um die erste Patientin zu behandeln. Das ist doch ein Lichtblick. Bisher sind wir fünf Frauen mit Kleinkindern und alle noch relativ still. Bisschen ungewohnt. Ich döse vor mich hin, meine Tochter – wo wohl? – natürlich auf dem Schoss. Einen ersten Satz habe ich zu meiner Sitznachbarin gesagt, leider wenig Reaktion. War ein Versuch. Hmm, vielleicht habe ich undeutlich gesprochen.

Die Tür fliegt auf und eine lebhafte Frau kommt herein. Sie haucht den Dahindösenden plötzlich Leben ein. Die Frauen reden plötzlich mit ihr und miteinander. Die Kinder fangen an, miteinander zu spielen. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Wie geht das? Und da heute Montag ist, freue ich mich nicht einfach über ein bisschen Small talk. Nein. Bei mir fährt jetzt das ganze Programm auf.

Die Selbstzerfleischung beginnt

Wie macht sie das? Könnte ich doch auch so mühelos ins Gespräch kommen! Vielleicht bin ich selbst schuld, dass ich immer noch kaum Freunde hier habe. Was kann ich nur anders machen? Das Gedankenkarussel dreht sich und die Wahrnehmung heftet sich ab jetzt nur an Negatives.

Und vermiest mir auch den Nachmittag. Da für mich sowieso alles verloren scheint, gucken wir jetzt alle zusammen richtig lange Fernsehen, futtern Chips und trinken Limo. Heute gehen mir meine pädagogischen Ansprüche schwer auf die Nerven und wir verloddern. Hinterher melden sich die Ansprüche wieder und lassen kein gutes Haar an mir. Die Kinder fanden den Nachmittag super.

Heute Abend wollte ich dann ein bisschen Mitleid von meinem Mann. Er findet das natürlich unnormal, dass ich mir an so einem Tag die Kinder weg wünsche. Solche Gedanken sind auch gemein, wenn die Arme krank im Bett liegt und gerade sehr zuneigungsbedürftig ist. Leichtes Urteil vom Mann, wenn er die Kinder nur eine halbe Stunde sieht. Aber Verständnis für mich hätte auch nicht gepasst heute.

Und warum kommt der Artikel nun jetzt erst? Natürlich lief auch abends nichts und die Kinder wollten einfach nicht alleine schlafen. Wenn schon, denn schon. So lag ich also auch um 21 Uhr im Bett, stundenlang singend, Märchen erzählend,Text nicht fertig geschrieben, Zähne nicht geputzt, … und ein superpassender Montagtext erscheint am Mittwoch. Schön!

 

!!!Bitte, bitte, bitte sag mir jemand da draußen, dass nicht nur ich solche Tage habe. Und bitte, was macht ihr dagegen?

 

 

Anmerkung:

*Viele Arztpraxen haben feste Öffnungzeiten, aber es lohnt sich immer nach zu fragen, ob der Arzt da ist. Viele Ärzte arbeiten außerdem im Krankenhaus, und kommen erst später in die Praxis.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das ist doch nichts für Jungs!“ – Von wegen!

 Gestern hat es mich umgehauen. Gestern sagte ich zu mir: Es reicht! Seit gestern finde ich, dass ich etwas ändern muss.

Was ist passiert?

Ich stehe in der Küche und rede mit meinem Sohn. Ich erkläre ihm genau das, was ich vor fünf Minuten meiner Tochter erklärt habe. Nämlich dass die beiden auch aufräumen sollen, weil auch sie hier wohnen. Die beiden sind noch nicht allzu groß (5 und 2,5 Jahre alt), meine Erwartungen halten sich also in Grenzen. Es ging gestern darum, dass sie ihr Spielzeug, was schön regelmäßig in der Wohnung verteilt war, aufräumen mussten. Also machbar auch für kleine Wichte.

Wisst ihr, was mir mein Sohn sagte? Mit Unschuldsmiene fragte er: „Auch Jungs?“ Ich bekam Schnappatmung und antwortete dennoch ruhig: „Ja, auch Jungs, sogar wenn sie so klein sind wie du.“ Daraufhin er: „Auch Mädchen?“ Ich natürlich: „Auch Mädchen.“

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Kinder sind wie Peilsender

Seine letzte Frage hat mich etwas erleichtert. So hatte ich das Gefühl, dass die Klarheit seiner ersten Frage nicht eine unumstößlichen Gewissheit ausdrückt. Hätte ich keine Kinder, würde ich sagen: Wie unumstößlich kann eine kindliche Gewissheit schon sein? Weiterlesen „„Das ist doch nichts für Jungs!“ – Von wegen!“

Alleine trauern

Eigentlich war es anders geplant. Eigentlich habe ich mich hingesetzt, hippelig, endlich was zu schreiben. Eine Woche vergeht so schnell. Diesmal etwas Leichtes, das letzte Thema war schon so trocken, abgekaut… Ich habe schließlich gelesen, dass Abwechslung dem Blog gut tut. Nicht langweilt so sehr wie immer Ernsthaftigkeit, nicht wahr? Nur noch schnell die Nachrichten checken, Facebook klappt auf, ganz oben lese ich „trauriger Anlass“, „von uns gegangen“ und einen Namen… und mein Verstand verweigert sich. Das Telefon klingelt, klingelt und ich versuche mich lange 20 min. auf ein Gespräch zu konzentrieren, das mich doch nicht mehr erreicht. Als es vorbei ist, versuchen meine Gedanken dem Gelesenen einen Sinn zu geben. Aber da ist keiner. Denn der Tod ist immer sinnlos. Er ist eben da.

Er passiert, reißt uns aus unserer Routine, aus unserer hübschen Welt, die wir uns zurecht legen. So wie aus meinem leichten Text, weil es die Leser gerne mögen, jetzt ein Text über den Tod wird, den wahrscheinlich keiner mag. Aber wenn dich die Trauer erwischt, dann werden dir andere egal. Zweifel, ob jemand zuhört… Zweifel, ob ich von dieser besonderen Frau als meine Freundin sprechen darf? Zweifel, ob das normal ist? Weggewischt.

Was zählt bin ich und die Erinnerung an den Menschen, der von uns gegangen ist. Was zählt, ist, dass mein Herz bebt, obwohl diese Freundin nicht meinen Alltag, meine Ängste oder schlechten Zeiten mit mir geteilt hat und trotzdem ein Teil meines Lebens war. Menschen berühren und begleiten mich, obwohl sie mich wahrscheinlich schon vergessen haben. Ich denke an Gespräche zurück oder Momente, die ich mit ihnen geteilt habe. Meinungen, die mich beeinflusst haben. Und so bleibt jeder präsent. Gewollt oder ungewollt.

Meine Kopfschublade mit den Worten TOD, TRAUER, ABSCHIED ist weit offen. Seit zwei Tagen. Wann sie sich wieder schließt weiß ich nicht. Es ist angenehmer, wenn sie es wäre. Aber auch unehrlicher. Menschen können sterben. Und wenn Du am Ende der Welt sitzt, kannst Du nichts tun. Nicht einmal zur Beerdigung gehen. Vielleicht eine Kondolenzkarte schreiben, die nach vier Wochen eintrifft. Was vielleicht gar nicht schlimm wäre, da der Tod allen Angehörigen sowieso das Zeitgefühl gestohlen haben wird.

Ich könnte jetzt weiterschreiben über das Abschiednehmen, jedes einzelne, wenn Du Deine Eltern, Großeltern, Familie und Freunde verlässt. Ich habe genug Gedanken für ein ganzes Buch dazu. Aber es fühlt sich nicht richtig an. Als würde es meiner Freundin den Platz stehlen, der in diesem Text ihr gebührt. Daher … lieber ein anderes Mal.

Jetzt denke ich an sie. Jetzt tut es mir leid, dass wir uns nie verabschieden konnten. Dass wir uns aus den Augen verloren. Sie wusste nie, wie oft ich tatsächlich an unsere beiden letzten Gespräche zurückdenke, obwohl sie zufällig, spontan, aber gleichzeitig so herzlich und aufrichtig waren. Nur in einem war ich nicht offen. Sie wusste nie, wie wertvoll ich sie als Mensch fand.

Was ich jetzt tun kann, ist wohl nur: Weiter nach Worten suchen. An sie denken. Und es bei anderen Lieben besser machen. In Gedenken an Dich!!!

 

PS: Erst letzte Woche las ich einen Artikel, der mich umgehauen hat und den ich jetzt gerade auch wieder und wieder lese: wenn mütter sterben. Wenn ich keine Worte finde, dann finden sie andere.

 

 

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