Ausländer in Marokko – das Leben als Außerirdische

Hilfe – meine Rolle ist falsch

Schon mal im falschen Film gewesen? Ihr versteht die Story, die Musik passt auch dazu, aber jetzt sollt ihr plötzlich rein springen und eine Rolle übernehmen. Ihr bekommt Schweißausbrüche, ihr fangt an zu stottern, ihr kennt den Text ja gar nicht. Und das Schlimmste, die Absprachen auch nicht. Wie geht´s nochmal weiter? Was macht man, wenn der Regisseur die Hand hebt? Als er die Faust ballt, ist plötzlich Pause, dabei denkst du, du kriegst gleich eine rein. Verwirrt?

Ja, ich auch. Des Öfteren hier. Weiterlesen „Ausländer in Marokko – das Leben als Außerirdische“

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10 Dinge, die Marokko – Touristen garantiert wissen wollen

Listen sind was Feines. Ob To-Do-Listen, die nie ein Ende haben oder Vokabellisten, Einkaufslisten, Best of- Listen… egal, ich mache jetzt auch Listen hier. Die erste gab es schon zum Thema Winter in Marokko: 7 Dinge, die den Winter in Marokko einfacher machen . Heute dann zum Straßenverkehr, mit10 Dingen, die ihr garantiert noch nicht wusstet.

Die Straßenregeln lassen viel Spielraum für eigenen Fahrstil, Überraschungen und Improvisation. Wen das näher interessiert, den sei mein Post Vom kreativen Autofahren und anderen Besonderheiten ans Herz gelegt.

Aber es gibt auch Dinge, an denen lässt sich nicht rütteln und über die verhandelt besonders die Polizei nicht gern. Wenn das auch noch Dinge sind, die in Europa ganz anders laufen, dann wird man eventuell im Urlaub plötzlich mit einer schönen Geldbuße oder am besten noch mit einem Besuch durch den Abschleppdienst überrascht. Hier kommen also meine Top 10 der wissenswerten Dinge über den Straßenverkehr, von gefährlich über lahm bis skurril: Weiterlesen „10 Dinge, die Marokko – Touristen garantiert wissen wollen“

Pläne und was davon übrig bleibt

Geht man ins Ausland, bereitet man vieles vor. Manche lösen die Wohnung auf, manche vermieten sie. Persönliche Dinge werden gepackt, man muss sich entscheiden zwischen Wichtigem (kommt mit) und Unwichtigem (bleibt da). Allein das dauert ewig. Papierkram wird erledigt, die Ankunft im anderen Land vorbereitet. (Viele Infos zu den organisatorischen Dingen erhält man bei den tollen Expatmamas)

Manche Dinge kann man nicht vorbereiten. Weiterlesen „Pläne und was davon übrig bleibt“

7 Dinge, die den Winter in Marokko einfacher machen

 

Marokko und Winter, das sind zwei Dinge, die in meinem Kopf nicht zusammen passen. Marokko ist Sonne, Strand, Surfen, lärmende Basare. Winter heißt Schnee, rote Nasen, Eiszapfen am Fuß. Ach so …. na dann, dann passt es doch!

Surfen geht hier keiner mehr, aber außer Schnee habe ich in Casablanca jetzt auch eine rote Nase, eiszapfenartige Hände und Füße, ständigen Tee- und Suppendurst. Im November war alles noch schön gemäßigt und seit Dezember komme ich morgens noch schlechter aus dem Bett, weil ich Rauchwolken atme. Im Haus wohlgemerkt. Dem Lärmpegel auf der Straße zu urteilen, bin ich die einzige, die morgens aufsteht. Wie dann doch auch noch andere Kinder in der Schule sitzen, kann ich nicht verstehen.

 Jeden Tag denke ich nun: Wenn ich schon so friere, wie dann erst die Menschen in Flüchtlingslagern? Die Obdachlosen oder die Menschen in den Bergen, in denen es wirklich kalt ist und auch tatsächlich, wer hätte das gedacht, Schnee liegt?!

Und eines haben wir alle gemeinsam. Niemand hat eine Heizung. Niemand in Marokko installiert so etwas.Es gibt Schummelheizungen. Elektrische, mit denen man sich kurzfristig aufwärmen kann.  Aber etwas anderes lohnt sich scheinbar nicht, wenn es nur drei Monate kalt ist. Ich kann das Argument verstehen. Daher haben wir nicht einmal eine elektrische Heizung. Ich kann es verstehen … außer im Winter, wenn ich drei Paar Socken trage, mit Fleecepulli, Strickjacke und fetter Decke im Bett liege und mir am liebsten auch noch Handschuhe anziehen möchte. Wenn ich dreimal in der Nacht aufstehe, um zu kontrollieren, ob die Kinder auch zugedeckt sind. Dann, ja dann finde ich drei Monate Wärme durchaus lohnenswert.

Aber wir gewöhnen uns an viel. Und es gibt etwas, was mich für meine Eiszapfennase, und für die anderen winterlichen Nachteile entschädigt: Der Samstag- und Sonntagmorgen beginnen aus reiner Angst vor dem Erfrieren mit einer Stunde Familienkuscheln und Bücher vorlesen im Bett. Und so enden die Tage auch meist. Und die anderen Schwierigkeiten kann man umgehen. Und zwar so:

  1. Sich tagsüber draußen aufhalten. Draußen wird es warm, im Haus bleibt es arschkalt.
  2. Nicht jeden Tag duschen. Glaubt mir, Duschen will man nur so oft wie nötig, Vergnügen ist es tatsächlich nicht mehr.
  3. Mehr als zwei Hosen und drei T-Shirts besitzen. Die gewaschene Wäsche braucht ewig zum Trocknen, erst recht, wenn man keine Terrasse hat. Es ist ratsam, sich mit mehr Klamotten einzudecken. (Trockner hat hier niemand, bin ich mir todsicher. Selbst eine Spülmaschine oder Mikrowelle kannte bisher niemand.)
  4. Immer eine Ersatzgasflasche im Haus haben. Äh, wie jetzt, Gasflasche fragt ihr? Die braucht man für den Herd, Backofen und für den Warmwasserboiler. Echt toll, wenn ihr nachts unbedingt noch duschen wollt und die Gasflasche leer ist. Macht Spaß bei gefühlten -20 Grad kalt zu duschen.
  5. Umziehen trainieren. Jeder, der länger als eine Minute braucht zum Anziehen braucht, riskiert eine Erkältung.
  6. Regenschirm auch mitnehmen, wenn ihr blauen Himmel seht. Der Himmel ist trügerisch.
  7. Zum Auftauen von Lebensmitteln Zeit einplanen. Falls ihr wie ich nicht kurz zum Fleischer oder Supermarkt wetzen könnt, dann solltet ihr für das Auftauen von Lebensmitteln einen halben Tag einplanen. Mal schnell zwei Stunden vorher aus dem Tiefkühlfach nehmen, geht in die Hose. Fertigprodukte, die man schnell in die Mikrowelle oder in den Backofen schmeissen kann, gibt es sowieso nicht. Mehr dazu lest ihr in Ein Leben ohne Supermarkt.

Und ihr? Mögt ihr den Winter oder seid ihr Sonnenanbeter? Könnt ihr Euch ein Leben ohne Heizung vorstellen? Schreibt mir, ich freue mich darauf.

 

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